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Geschichte der Retortenzeugung
Experimente von Robert Edwards und Patrick Steptoe

"Es passt nicht zu einem freiheitlichen Staat, die Moralvorstellungen bloss eines Teils der Gesellschaft zu Verfassungsrecht zu erheben und allen aufzuerlegen." (bst, NZZ 19./20.2.2000, S.13)

Vergleichen Sie Ihre Moralvorstellungen mit jener, der Retortenbabypioniere Robert Edwards und Patrick Steptoe! Entsprechen die folgenden Versuche Ihrer Auffassung von Menschenwürde?

Auch wenn viele von diesen Experimenten heute verboten wären - die heutige IVF Technik haben wir solchen Experimenten zu verdanken!

Die Daten stammen aus: Robert Edwards, Patrick Steptoe, A Matter of Life. The Story of a Medical Breakthrough. New York 1980. (Seitenzahlen sind in Klammern angegeben)

1960 R. Edwards erwägt erstmals die Möglichkeit einer Zeugung im Reagenzglas (in-vitro) (S.15)
Eine Gynäkologin lieferte ihm Eizellen und Teile von Eierstöcken, damit er sie kultivieren konnte. (42-44)
1965 Edwards lässt drei gespendete Eizellen heranreifen und versucht, diese mit seinem eigenen Sperma zu befruchten. (51-52)
Er lässt nichts unversucht. Eizellen wurden in die Eileiter von Kaninchen transferiert, dazu kamen einige menschliche Samenzelln, in der Hoffnung eine Befruchtung würde stattfinden. Schliesslich versuchten sie auf diese Weise Eizellen in den Eileitern von Rhesusaffen zu befruchten. 12 bis 24 Stunden später operierte man sie heraus - allerdings ohne Erfolg. (S. 54)
1968 Um Samen zu erhalten, der mit dem Reproduktionstrakt der Frau in Kontakt gekommen war, bat Edwards den Gynäkologen Steptoe, die Frauen vor einer Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) mit ihren Ehemännern Geschlechtsverkehr zu haben, um zugleich bei der Operation solche Samenzellen gewinnen zu können. Bei ihren Besprechungen nahmen ethische Aspekte kaum Platz ein.(S. 79)
Edwards befruchtet neun Eizellen wieder mit dem eigenen Sperma. Die Erfolge mit insgesamt 56 befruchteten Eizellen wurden im Februar 1969 in Nature publiziert. (S. 81)
Einige erfolgreich befruchtete Eizellen wurden in Kaninchen transferiert, um herauszufinden, ob sie sich dort weiterentwickeln würden - allerdings ohne Erfolg. (S. 90)
Erfolgreich befruchtete Eizellen entwickelten sich bis zum Blastozyststadium. Doch diese wurden nicht den Eltern verpflanzt, sondern auf den Zustand ihrer Chromosomen überprüft und somit vernichtet. (S. 96-97)
1970 Edwards hegte keine Zweifel bezüglich Moral und Ethik seiner Arbeit. Er akzeptiere die Rechte seiner Patienten, um ihre Familien zu gründen und ihre eigenen Kinder zu haben. (S. 101)
Der Nobelpreisträger James Watson, der Entdecker der Dopelhelix der DNA, wirft Edwards vor, er könne mit seiner Forschung nur weiter machen, wenn er Infantizid (Kindstötung) akzeptiere. (S. 113) Edwards erwidert: "Dogmen, entweder kommunistischen oder christlichen Ursprungs, die in die Biologie eingedrungen seien, hätten nichts als Schaden angerichtet." (S. 114)
1972-1974 Erstmals werden zwölfmal Embryonen und achtmal Blastozysten in die Mütter transferiert.(S. 124-125)
bis 1975 Insgesamt untersuchte Edwards 101 Embryonen auf ihre Chromosomen und vernichtete sie dabei. Die gescheiterten Embryotransfers sind auf toxisches Paraffin beim Kultivieren zurückzuführen. (S. 131)
1975 Zwei Embryonen werden transferiert, die übrigen drei in-vitro weiterentwickelt, einer davon wird neun Tage lang in seinem Wachstum beobachtet und dann vernichtet. (S. 131-132)
bis 1976 Insgesamt erzielte Edwards mit allen Experimenten nur eine Eileiterschwangerschaft. (S. 133)
Überschüssige Embryonen lässt Edwards per Express nach London schicken. Allerdings überstehen jene Embryonen, die den Transport überleben, das Einfrieren in London nicht. Edwards beschafft sich ein eigenes Kryokonservierungsgerät und friert alle überzähligen Embryonen ein - ohne Erfolg. (S. 136-137)
12. Nov.
1977
P. Steptoe transferiert Lesley Brown innerhalb eines natürlichen Zyklus einen acht-Zell-Embryo. (S. 150-151) Weitere 16 Frauen unterzogen sich danach ebenfalls Embryotransfers, aber ohne Erfolg.
Jan. 1978 Von neun Frauen wurde nur eine schwanger. Edwards stellt fest, dass nur jene zwei Frauen schwanger wurden, die nach 17 Uhr ihren Embryo erhielten. (S. 158)
Weitere fünf Frauen erhalten einen Transfer, aber vier erst am Abend, eine am folgenden Morgen. Eine davon wurde ebenfalls schwanger.(S. 159, 160)
14. März
1978
An Lesley Brown wird invasive PND durchgeführt. (S. 163)
25. Juli
1978
Louise Brown wird um 23.47 Uhr mittels Kaiserschnitt entbunden.
Insgesamt sind unterdessen vier Frauen schwanger. (S. 182, bei S. 183 sind es nur noch drei.) Ein normal aussehender, aber triploider Embryo (mit 69 Chromosomen) ging nach einigen Wochen verloren. Ein gesunder Fetus endete, kurz nach allen bestandenen pränatalen Tests, mit 20.5 Wochen in einer Frühgeburt (800g) und lebte nur einige Stunden. Das vierte gesunde Baby wurde im Januar 1979 in Glasgow geboren. Gemäss Gina Maranto wurde bei einer Schwangerschaft das Down-Syndrom festgestellt und P. Steptoe führte einen Schwangerschaftsabbruch durch. (Gina Maranto S. 263)

"Most of the time though our preoccupations have not been concerned with ethics; rather they have been dense with scientific speculations, technical problems." (S. 15)

"That evening, as I collected my own semen, removed the excess fluid and added my spermatozoa to the eggs in the culture fluid, there was no music or noise at all. Just a tap dripping into the sink. I would examine the eggs next morning, leaving them with the spermatozoa overnight." (S. 52)

"We attempted all kinds of manoevres. We made our culture fluids resemble the female reproductive tract by adding very small pieces of human uterus of Fallopian tube; we placed some human eggs into the tubes of rabbits then injected into the same lumen a few human spermatozoa also, hoping that the rabbits’ Fallopian tubes would be suitable environment for human fertilization. All these manoevres failed. Finally, we tried to fertilize human eggs in the Fallopian tubes of rhesus monkeys - Howard performing the necessary surgery and collecting the eggs twelve to twenty-four hours later. Again without success." (S. 54)

"It would mean Patrick asking such volunteers to habe intercourse with their husbands, then through laparoscopy collecting a few spermatozoa from their Fallopian tubes. All this prior to the hysterectomy, the removal of the uterus, the real reason why this women had been admitted to hospital in the first place. 'Parhaps you could also try placing the ripening eggs and the spermatozoa into the tubes of these patients and then recover them after their hysterectomy,' I suggested. We discussed other details of how we would proceed. Ethical concerns hardly entered into our conversation.'" (S. 79)

"There was no opportunity in Cambride to obtaining sperms exposed to the female reproductive tract, so again we collected our own spermatozoa and, after washing them mildly and simply in a centrifuge, I addes them to nine of twelve eggs, leaving three as controls, and placing them all in Barry's culture medium." (S. 81)

"We transferred some fertilized human eggs into rabbits to see if they would also grow there, but they didn't." (S. 90)

"Next morning the temptation to replace the blasotzysts into the mother on the spot was very strong, and I have often wondered what might have happende hat we succumbed. They belonged not to us but to the wife and husband who had donated their eggs and spermatozoa. 'What are we going to do with them?' asked Patrick. 'We're going to flattend them for chromosomes,' I replied. 'What do I tell my patients?' Patrick persisted." (S. 96)

"I had no doubts  about the morals and ethics of our work. I accepted the right of our patients to found their family, to have their own children." (S. 101)

"'You can only go ahead with your work,' Watson addressed me, 'if you accept the necessity of infanticide. Ther are going to be a lot of mistakes." (S. 113)

"Dogma that has entered biology either from Communist or from Christian sources has done nothing but harm ...." (S. 114)

"Inzwischen waren in Kershaws Krankenhaus noch drei weitere Schwangerschaften nach Embryotransfer eingetreten; allerdings gingen zwei davon unglücklich aus, die eine durch Fehlgeburt nach fünf Monaten. Den anderen Feten trieb Steptoe wegen des Down-Syndroms ab. (Gina Maranto, Designer Babys.Träume vom Menschen nach Maß. Stuttgart 1999, S. 263.

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